Pfarrer Löber wird Propst in Kaliningrad

Dekan Brill übereicht Pfarrer Löber das Abschiedsgeschenk

"Sie waren der Gemeinde ein guter Pfarrer und Seelsorger. Sie haben Vertrautes gepflegt und waren für Neues offen. Ihnen ist vieles gelungen. Dank für ihre Dienste." Propst Gerhard Pauli brachte auf den Punkt, was alle Grußredner zum Abschied von Pfarrer Jochen Löber zum Ausdruck brachten. Schon zum festlichen Abschiedsgottesdienst füllte sich die Martin-Luther-Kirche. Exakt zum Abschied des beliebten Geistlichen passte der von Elke Stock vorgetragene Wochenspruch: "Wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern."

Den Wochenpsalm betete Pfarrer Stefan Kümpel von der katholischen Kirchengemeinde mit den Gottesdienstbesuchern, und Pfarrerin Annegret Zander erinnerte daran, dass in Löbers Zeit viel geschaffen wurde und der Abschied nun viele mit Wehmut und Traurigkeit erfülle. Über die von Gott geschenkten Talente und die entsprechenden Gleichnisse sprach Stefan Bartmer, während Marilyn Munro-Heim ein Lied aus dem Film "Wie im Himmel" vortrug. "Du sollst gehen, wohin ich dich sende", auch einer der Predigttexte passte haargenau zu Löbers neuer Aufgabe in Kaliningrad. Dekan Klaus Brill sprach über diesen Text und hob dabei hervor, was Löber so alles bewirkt und angestoßen hat, von den "Herbstzeitlosen" über die "Gebenden Hände" und die "Religion für Einsteiger" bis zu den Renovierungen von Kirche, Orgel und Gemeindezentrum oder die Arbeit mit Aussiedlern und Russlanddeutschen. Doch auch die neue Gemeinde freue sich auf den Seelsorger Löber.

Löber selbst stand etwas wehmütig auf der Kanzel, auf der er um die 700 Mal gepredigt hat. "Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet." Auch die Textlesung des Tages passte zum Abschiednehmen. 70 Paare hat Löber getraut, manche ökumenisch, mit seinem katholischen Kollegen. 220 Christen hat er auf die Konfirmation vorbereitet, ebenso viele Menschen getauft, Kinder und Erwachsene. 408 Menschen hat er das letzte Geleit gegeben und den Angehörigen beigestanden. "Ich bin hier sehr gerne Pfarrer gewesen, hatte eine Heimat und eine stets interessierte Gemeinde."